̈Über Helden zu reden kann anachronisch sein, außerdem über ‚Alltag‘, wenn der Tod des Autors schon von Barthes zu madien Theorien zur para-Fiktion angekündigt wurde.
Aber warum noch heute, wenn diese Themen schon etwas vergeben sind – kann jemand sagen. Das hängt von den Umständen ab die aus dem Zerfall der Sowjetunion hervorgegangen sind und mit einem Abdruck der totalen Wirklichkeitsinzenierung im Kommunismus und einer Fiktionalisierung der Realität im Zusammenhang stehen. Die Falsifizierung von Dokumenten in den Archiven der Erringungen steht beispielsweise im Zusammenhang mit Helden. Was könnte man sagen in Bezug auf Fotoarchiv und Beschreibungen des Alltags? Vielleicht als Kunst bezeichnen? Die sophistische Frage wäre dann, was soll dann Kunst sein? Schwierigkeiten gibt es, wenn die Fiktion an sich nicht deutlich bleibt aber wie eine Epiphanie dieser Fotos, wie die Schönheit der man nachfolgt. Dieser Romantizismus erklingt wie im Hippias Dialog. Die Unfähigkeit etwas genau zu beschreiben – sondern im Verhältnis zu zwei oder mehreren Wegen. Ob Kunst oder nicht kann man nicht richtig beschreiben und gleichzeitig kann man fragen warum Helden immer gefragt sind.
Das kann man nicht einfach sagen, so dass dieser Fotoband mehr als Geste bleibt. Erklingt wie der Hippias Dialog. Die Helden des Alltags der ex- Sowjetunion. Ein „Kontinuum“, ein hin und zurück zwischen Dokumentation und Realität, wo die Ansicht auf keine oppositionelle Betrachtung begrenzt ist. Anderseits, wie Borys Groys über die aktuelle Bedingungen der alltägliche Menschen in die Ex-Sowjetunion sagte: „Dieses Gefühl, dass ich eigentlich überflüssig bin und meine Existenz etwas sehr problematisches ist, ist zutiefst verankert in der Gesamtpsychologie des Ostens“. Schön gesagt, nicht als Identitätsproblem in Sinne von Politik der Privatisierung, sonder die Helden des Alltags im Kontext der ex-Sowjetunion wo „das Persönliche“ als Dispositiv für spekulative Assoziationen oder Gesprächsaufzeichnungen sein kann, was als experimentelle Narration sehr differenzierte und vielfältige Sichtweisen ermöglicht.
Auf der Suche nach verschiedenen Kontexten zeigt dieser essayistische Fototextband ganz neben bei auf, dass die post-kommunistischen Konditionen neben einer geteilten Erinnerungskultur, einer gemeinsamen Sowjetvergangenheit, der russischen Sprache oder einer mittlerweile verbreiteten Sowjetnostalgie verschieden sind, wenn wir an die elektronische Revolution in
Lettland, die internationale Nichtanerkennung der staatlichen Unabhängigkeit Moldaus, oder die Ukraine, die zwischen den Extremen schwankt im Spannungsfeld zwischen Russland und der EU, und Gleichzeitig die Legitimation der einzelnen Nachfolgestaaten als solche, wiederum in Verbindung steht mit einer Grenzüberschreitung zwischen einer realen Wirklichkeit und deren Inszenierung durch fragwürdige historische Rückgriffe, den Bezug auf Mythen und Legenden oder der Erfindungen von Traditionen.
Der essayistische Fototextband „LITTLE SPUTNIK“ mit Bildmaterial von Archiven und situativen Alltagsfotografien der post-kommunistischen Gegenwart gewährt anachronische Sichtweisen auf den Alltag der Menschen in ex-sowjetischen Ländern der Gegenwart und deren Vergangenheit mit begleitenden Aufzeichnungen von essayistischen Notizen und Gesprächen.

 

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